Seite 13                        0e-Modell des Payerbachers

                                       Neu ab 2018:  -

D-as 0e-Modell des Payerbacher wurde bisher beschrieben auf Seite 09 unter Pos. 2. Über die Motorisierung fehlten die Fotos, die ich damals nicht gemacht habe und nach dem Zusammenbau waren Detailaufnahmen nicht mehr möglich.

Dann kam der Absturz des Modells aus ca. 1,7 m Höhe von einer Treppenstufe auf den Holzfussboden am 26. März. 2017. Uff...und etwas später die Idee, dem Modell eine eigene Seite zu geben. Und das kam so:

Die Antriebsteile hatten sich durch den Aufprall vom Gehäuse getrennt, Fronten am Dach waren rausgebrochen, Dach und Gehäuse aber ganz geblieben. Zwei Streben an einer Plattform gestaucht und angebrochen, also alles reparabel.

Ab in die Werkstatt. Dem Modell fehlten die Fenster und ein Fahrer. Das ließ sich jetzt nachholen. Für die Lampen und Trittstufen gibt es vielleicht bald eine Lösung. Der Absturz hat mein Interesse an diesem Modell wiederbelebt. Bild 06 zeigt das Ergebnis der Wiederbelebung, allerdings noch ohne Fahrpult und Kurbeln. Die Position des Fahrers und seine Handhaltung berücksichtigen den späteren Kontakt zum Fahrpult.

                          So weit so gut könnte man denken.

Die Wagenkastenbreite war 1,7 mm zu breit und das Modell 3 mm zu hoch über der Schienenoberkante. Donnerwetter. Das konnte ich so nicht stehen lassen. Die folgenden Bilder zeigen mein Handeln noch kurz vor Ostern:


Bild  01:  Mit der Laubsäge ging es am besten. Gut, dass die Plattformen angeschraubt sind. Sie waren schnell abgebaut. Nach guter Überlegung stand die Schnittlinie fest und der Wagenkasten mit den eingeklebten Fenstern war zerlegt.

 

Bild  02:  Die Eingangstür an der Stirnseite blieb heil, wie man sieht. Und weil man fast nicht glauben kann, dass der Wagenkasten geteilt ist, als doppelten Beleg dieses zweite Bild.

1,7 mm waren relativ schnell von den Wagenhälften weggefeilt. Zusammengeklebt mit Kibri-Kleber und vereint mit den anschraubbaren Plattformen zeigte sich der Payerbacher mit der wahren Wagenkastenbreite. Na endlich !

Nun war da noch die zu große Wagenhöhe. Verursacht durch die 3mm dicken Filzscheiben zwischen Drehgestell und Wagenkasten. Das war eine "Freud'sche" Fehlleistung von mir. Die Korrektur wiederum brachte reine Bastelfreude mit bestem Ergebnis. Bild 03 gibt Auskunft.


Bild  03:  Das Papierbild zeigt die tadellose Höhenlage des Modells. Jetzt werden die Antriebsräder im oberen Teil vom Träger des Wagenkastens auch am Modell verdeckt.

 

Bild  04:  Erfreulich. Er ist wieder ganz:

 

Bild  05:  Jetzt darf der Payerbacher gefallen, auch wenn Vieles an ihm fehlt.


Bild  06:  Die erhöhte Position des Fahrers zum Stationsvorsteher ist perfekt. Ebenso der Dachüberstand durch den schmaleren Wagenkasten.


 Bild  07:  Fototermin vor der Badenweiler Triebwagenremise. ( siehe Seite 04 ). Links der noch 3mm zu hohe Wagenkasten des Payerbacher Großraumtriebwagens und rechts gibt es Kreischalarm im VT 136 von den Kindern.

Bild  08:  Die Proportionen Fahrergröße zu den Plattformabmessungen stimmem. Der Abstand des Fahrers zum fehlenden Fahrpult und zur Höhe der Fahrkurbel ist einkalkuliert.


Es folgen der von Seite 09 bekannte Einführungstext und neue Fotos:

Das erste Foto vom Original Payerbacher sah ich im Buch "Schmalspurig durch Österreich" vom Slezak-Verlag Wien. Das schwarz-weiß-Bild zeigte ein unglaublich großes Fahrzeug auf 760 mm Spurweite. Das Dach musste irgendwie weiß gestrichen sein, war es doch gegen den hellen Himmel auf dem Bild nicht auszumachen. Jedenfalls war ich dem größten je in Österreich gebautem elektrisch betriebenen Schmalspurfahrzeug begegnet, dass mit den Schwesterfahrzeugen viele Jahre zwischen Payerbach und Hirschwang in der Nähe von Wien erfolgreich im Einsatz war.                                                  Nach Verschrottung und Abverkauf der Fahrzeuge, gelang es den Freunden dieser Touristikbahn, auf der Basis von zurückerworbenen Restbeständen, fabrikneue Fahrzeuge herzurichten und musealen Betrieb zu betreiben. Eine tolle Leistung.                                                                                                        Das Modell in Spur 0e wollte ich bauen. Es wurde eine echte Herausforderung, dieses 4-achsige hochbeinige Fahrzeug im Maßstab 1:45 umzusetzen. Fertig ist es noch nicht. Die Lampen zum Beispiel, der Dachbereich, die Auftritte und Drehgestelle.


                      Die Motorisierung:


2 Meter Achsabstand, Speichenräder mit 860 mm Durchmesser und 760 mm Spurweite sind für Spur 0e mit Maßstab 1:45 umzurechnen. Die richtigen Schmalspurgleise von Peco mit 16,5 mm Spurweite waren vorhanden. Die H0-BR 78 von Fleischmann hat die passenden Räder mit 19 mm Durchmesser. Blieb noch das Fahrgestell. 44,45 mm sollte der Radabstand rechnerisch sein. Rocos H0-BR 58 treibt ein dreiachsiger Tenderantrieb mit 45 mm Achsabstand. Ein halber Millimeter (mm) zuviel war in Ordnung. Die Abweichung betrug nur 1%.


Bild  09:  Die beiden modifizierten Drehgestelle aus dem 3-achsigen Roco-Tenderantrieb. Links mit neuem Antrieb. Jede zweite Radspeiche wurde mit der Laubsäge entfernt. Die Radreifen sollen noch mit einem Papierring verstärkt werden, was bis heute aber ausblieb. Rechts ein Blick auf das entkernte antriebslose Drehgestell. Eine Stromabnahme fehlt noch, ist aber nicht unbedingt erforderlich. Das gekippte Antriebsdrehgestell links stützt sich auf dem Getriebekasten ab.

 

Bild  10:  Der Decoder über dem linken Rad liegt unterhalb der Plattform und stört dort aber das Höhenspiel des Drehgestells und liegt heute lose im Getriebekasten. Der Motor mit Schwungmasse von einem 2-achsigen Tillig H0-Triebwagen hat Platz im Wagenkasten, der im Boden einen Ausschnitt erhielt. Die Abstützung des Drehgestells aus Polystyrolplatten halte ich in der Hand und zeige, wo sie auf dem Motorschild aufgeklebt war.


Bild  11:  Zwei Polystyrol- und eine Filzplatte mit eingelassener M3 Schraube sind jetzt auf dem Motor verklebt. Das Drehgestell wird um 180° gedreht eingebaut, wie in Bild 04 beschrieben. Die Filzplatte verhindert Resonanzgeräusche im oder am Wagenkasten und stützt sich am Boden des eingeklebten Antriebskastens ab. Siehe nächstes Bild.

 

Bild  12:  Die Öffnung im Wagenboden ist groß genug, um das Antriebspaket mit der Schraube in der Bohrung im jetzt wieder eingeklebten Getriebekasten aufzunehmen.


Bild  13:  Der Getriebekasten aus Polystyrolplatten bleibt unter der Fensterkante und zeigt, welchen Raum er im Wagenkasten einnimmt. Das Antriebsdrehgestell steht wieder falsch rum und wird um 180° gedreht eingebaut. Das Innere des Wagenkastens ist antrazit gefärbt. 


Bild  14:  Eine Zahnradkette verbindet die drei Achsen im Tenderantrieb von Rocos BR 58. Wegen der neuen großen Räder ergab sich ein anderes dynamisches Verzögerungsspiel  zwischen den beiden äußeren Achsen, das zu unerwünschten Längsschwingungen führte und auch nicht durch Decodereinstellungen verändert werden konnte. Die Zahnradkette war schnell entfernt und der Einachsantrieb schaffte auch ohne Haftreifen eine genügende  Antriebskraft. Einen zweiten Motor wollte ich in das andere Drehgestell nicht einbauen.

Der flache Tilligmotor erlaubte auch die Entfernung eines Zahnrades zwischen Schnecke und Antriebsachse, so dass die Antriebseinheit deutlich niedriger wurde und der einzuklebende Getriebekasten unter der Fensterkante bleiben konnte. Siehe Bild 07.


Bild  15:  Für das antriebslose Drehgestell musste der Wagenboden nicht geöffnet werden. Auf einer Filzunterlage (hier beige im Foto) ist quergelegt eine Polystyrolplatte mit eingeklebter Senkschraube. Abgedeckt in Längsrichtung mit einer Transparentfolie der passenden Höhe wegen, auf die das Drehgestell geklebt ist. Im Wageninneren wird das Drehgestell mit zwei Muttern gesichert. Siehe  Bild 12.

 

Bild  16:  Reichlich Spiel ist vorhanden.

 

Bild  17:  Die Befestigung des antriebslosen Drehgestells mit Kontermutter. Die Plattformbefestigung wird hier auch sichtbar. Unten im Rahmen mit zwei eingeklebten M1,6 mm Schrauben und oben mit zwei Blechschrauben mit der Stirnwand verbunden.


Bild  18:  Die herausgebrochene Dachkante ließ sich gut einkleben. Die Dachendstücke sind aus Balsaholz, die Oberfläche mit Sekundenkleber verstärkt und die vordere Wölbung mit Zweikomponentenkleber geformt. Die beiden vorderen Fensterholme konnten fast spurlos in ihre Position eingepasst und mit Sekundenkleber gesichert werden. Glück gehabt.

 

Bild  19:  Blick in den langen Wagenkasten auf die Klebestelle, wo die beiden  Fleischmann-MT-Personenmagen stirnseitig zusammen geklebt sind. Die Kontaktflächen der beiden Stirnseiten wurden so klein wie möglich gehalten, um den Großraumeindruck des Vorbildes zu erhalten. Die oberen Dachträger sind abgetrennt von beiden Gehäusen, zusammengeklebt und separat eingesetzt.


                               Farbspritzen


Bild  20:  Die Spritzkabine. Ein handelsüblicher Wrasenabzug an der Wand. Dahinter ein Entlüftungsrohr nach draußen. Davor Styrodurplatten mit Montagekleber trichterförmig verbunden. Genutzt werden Acrylfarben und eine einfache Gesichtsmaske. Die Saugfläche des Wrasenabzuges ist mit einem dicken Vlies abgedeckt und wird gelegentlich gewechselt.

 

Bild  21:  Immer wieder spannend die Entkleidung. Hier ist es Malerkrepp. Die kastanienbraune Fensterbrüstung wurde hier gespritzt. Zuvor der Innenraum in einem Holzton, wie Bild 22 zeigt.


Bild  22:  Blick in die Kanzel mit dem helleren Holzton.  


Bild  23:  Sorgfältiges Abdecken und ein gut kalkulierter Spritzplan führten zum Erfolg.


Bild  24:  Die Stirnseiten werden an den Wagenkasten angeschraubt. Diese lösbare Verbindung erleichterte die Farbgebung sehr.

 

Bild 20:  Von den Museumsbahnbetreibern gab es RAL-Farbauskünfte. Persönlich habe ich die Fahrzeuge noch nicht gesehen. Fa. Revell empfahl Mischungsverhältnisse. 

                                            Eindrücke

                                              

Bild 21:  Zwei Personenwagen von Fleischmann-Magic-Train (MT) hatten zusammengklebt die nötige Wagenkastenlänge und - breite. Die Fensterreihung und -größe wurde mit Polysterolplatten maßstäblich gestaltet. Der zu hohe Wagenkasten ist hier noch nicht korregiert.

                    

Bild 22: Auch dieses Foto hat nur noch Erinnerungswert. Der Wagenkasten ist schmaler geworden und in der Höhe deutlich vermindert.


Bild 23:   Fast beängstigend: 760-mm-Spurweite zu über 2,4 m Wagenkastenbreite. Beeindruckend ist die Aufstiegshöhe zur Plattform.


Bild 24:

 

Bild 25:

 

Bild 26:  Inzwischen ist der Scherenstromabnehmer auf dem Dach. Die Holme müssen noch schmaler gefeilt werden. Die Endstücke des MT-Daches entstanden aus Balsaholz und wurden mit Kibri Betonfarbe schleiffähig aufgedickt.  Eine Polystyrolleiste, angeklebt an die jeweilige Längsseite des MT-Daches ergab die gewünschte Dachverbreiterung. Die mehrfach aufgetragene dicke Betonfarbe zwischen Leiste und Dach wurde nach dem Trocknen rund geschliffen.


Bild 27:


Bild 28:

 

Bild 29:  Beim 3-D Drucker Shapeways gibt es ein Gehäuse des Payerbachers als H0e-Modell zu kaufen. Sehenswert, was da inzwischen Alles so angeboten wird.  www.shapeways.com  Dort den Suchbegriff:  H0e-Payerbacher eingeben. Bild 29 zeigt deutlich die Passarbeit von Dach und Vorderfront des Tws. 

 

Für den am Original interessierten:

Es gibt Beiträge im Internet unter YouTube zu entdecken. Hilfreich sind Suchwörter wie Höllentalbahn, Payerbach,  Hirschwang. 


Bild 30: Drehgestellblenden. Auf diese Fertigung freue ich mich. Hier zeigt sich, wie filigran das Fahrwerk ist.

                                          Fortsetzung fogt.


                                                    Archiv:

Neu ab 2017: Seite 13

 

098755