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     Straßenbahn Fahrpult für Spur N bis 0

                    Roco Lokmaus 2 ( 99 Adressen) als Straßenbahnregler

                                                   für Oldtimer.

                       Pos. 01:  einfach, ohne Eingriff in die Elektronik.

                       Pos. 02 : mit externen Fahrtrichtungsumschalter

        

Alle H0-Modellbahner älteren Semesters ( geboren um 1940 herum ) wurden damals auf samfte Weise nicht nur durch den genialen Miba-Zeichner Pit Peg, sondern auch u. a. durch Fachbeiträge in der Miba und im Eisenbahn Journal / Magazin und besondere Broschüren vom Alba- und MIba-Verlag "gefüttert" mit Schaltalgebra, Und- und Oder- Schaltungen, elektronischen Schwungrädern

aus Kondensator-Widerstandsschaltungen, Diodenmatrix-Schaltungen. Man entwickelte sich mit jedem neuen Monatsheft fast unmerklich zum begeisterungsfähigen und tatkräftigen Modelleisenbahner.

Mitte 20 kam ich nach Hannover, einer Stadt u. a. mit sehr guter  modellbahnerischer Infrastruktur ( EF, MEC, Trams, Freunde ) und zwei Läden, wo man elektronische Bauteile kaufen konnte. So ein Einkauf dauerte mit Tram und Fuß und mindestens einer halben Stunde Wartezeit im Laden ca. drei Stunden! Schnell lernte man, das zu viel Hitze an der Lötspitze für Dioden und Transistoren das "Aus" bedeuteten. LEDs gab es noch nicht.

Ja, damals war es. Welch eine tolle Hobbyzeit und im Vergleich zu Heute: genauso spannend und eben doch ganz viel anders !

Mein erstes voll funktionsfähiges Straßenbahn-Fahrpult entwickelte sich mit dem Bau der H0e-Ybbser-Straßenbahnmodelle Mitte der 80er Jahre ganz im Zeichen der Elektronik.

Und dann kam ein neues Zeitalter mit der Digitalisierung. Unzählige verbaute Post-Relais auf großen Spanplattenanlagen, Stromkreise mit Z-Schaltungen, raffinierte "Mehrzugschaltungen" waren zu "Dinos" geworden.


Viele Jahre später....meine Arbeitswelt lag schon länger zurück, hatte ich 2013 konkrete Zeichnungen auf dem Papier, wie man wohl so einen digitalen Fahrregler zum "echten" Straßenbahn-Fahrpult verändern kann.

Inzwischen fuhr ich digital multi mit Sx 1, Sx 2 und DCC. Unterschiedliche Sx-Handregler und DCC-Lokmäuse 2 boten sich an, die Modellbahnschätze butterweich und dynamisch zu bewegen. Dampfloks mit Krachmacher- und Schnellfahrmotoren wurden zu ungeliebten Modellen und kamen auf das Umbauregal. Die "Vollbeschäftigung" mit unserem Hobby riss nicht ab.


Im Mai 2019 hatte ich in der Garage unerwartet eine leere Plastikbox für Holzdübel oder Spaxschrauben in der Hand. Da passt doch eine Lokmaus 2 rein...Kennen Sie das auch, wenn man plötzlich von einer Blitzidee getroffen wird, nach dem Motto, da geht doch was!? Ein sehr befruchtendes Ereignis ist das!

Die Box hatte keine Chance mehr, auf dem Recyclinghof entsorgt zu werden. Sie kam mit.


Bevor Sie sich in ein Lesevergnügen stürzen, noch ein paar Worte vorab:

Das Ergebnis meiner Bastelei ist unverbindlich. Ein Nachbau erfolgt auf eigene Gefahr. Anregungen sind erlaubt und für Hobbyfreunde erwünscht. Eine Haftung aus der Nutzung meines Textes und meiner Fotos, in welcher Form auch immer, ist ausgeschlossen. 


     Pos. 01:  Das einfache Fahrpult


Bild  01:  Eine Kopie vom Ybbser Fahrpult wurde passend ausgeschnitten und ca. mittig von Außen auf den Plastikboden der Box geklebt. Die Fahrkurbel sitzt auf einem 12-poligen Stufen-Drehschalter, der die Taktung hör- und fühlbar bei einer vollen Umdrehung 12 mal vorgibt. Der Zeiger der Handkurbel zeigt auf Aus. Die Kurbel im Uhrzeigersinn gedreht, führt zu den Fahrstufen 1 bis 4 und umgekehrt über "AUS" zu den Bremsstufen I bis V.

Zurück zur 12-stufigen Taktung des Drehschalters:

Übertragen auf den halbseitig nutzbaren Regelbereich von Mitte 0 bis Vmax auf der rechten Lokmaus-Reglerseite ergeben sich bei dieser Taktung vier Fahrstufen ( 1 bis 4 ). Weiter ergeben sich Leerlauf ( Aus ) und fünf Bremsstufen ( I bis V ). Eine Erklärung folgt unter den Bildern 02, 03 und 04.

Zu Bild 01 oben bitte noch auf dem Fahrpult entdecken, dass in der rechten oberen Ecke auf dem Kopf stehend sich wiederholen die Schriftzüge AUS, BREMSE und FAHRT. Dazu weiter unten mehr.


Bild  02:  Die Lokmaus links ist auf dem transparenten Deckel der Box festgezurrt. Der Roco-Drehknopf hat zwei weiße, 2 mm hohe Polystyrolstreifen, mit Sekundenkleber geklebt, erhalten und steht auf 12 Uhr, "Null" genannt.

Die Stellung der beiden Streifen zeigen - verglichen mit einer Uhr - 10 Minuten vor 12 und 15 min nach 12 und ergeben dabei den kompletten Regelkreisbogen von zusammen 25 Minuten, den die Lokmaus 2 jeweils links und rechts der Null-Stellung zulässt. Wir nutzen nur die rechte Lokmausreglerseite.

Der rechte waagerechte Fahr-Streifen wird 1 genannt und der linke Brems-Streifen 2.

Zwischen diesen beiden Streifen liegt also ein voller Regelbereich des Roco Drehreglers von Null bis Vmax.

Nun zum wichtigen 3. Streifen, Mitnehmer genannt.

In der grünen Box rechts blicken wir auf den braunen drehbaren runden Abschlussdeckel des 12 poligen Stufen-Drehschalters, der diesen gleich starken waagerechten Streifen erhielt, Mitnehmer genannt.

Wenn jetzt das grüne Teil nach links wie ein Deckel über die Lokmaus gestülpt wird, landet der Mitnehmer oberhalb des waagerechten Fahr-Streifens 1 auf dem Lokmaus-Drehknopf. Um das so passend kleben zu können, habe ich ein größeres Guckloch in den grünen Deckel gesägt, das später durch die Kopie des Fahrpultes geschlossen wurde (schwarzer Fleck links neben dem Mitnehmer).


Dreht man nun die Handkurbel in Richtung "Fahren", so wird der Roco-Drehknopf durch den Mitnehmer und Fahrstreifen 1 in Richtung Fahren bewegt und die Bahn fährt ab "Null" los. Dabei beschleungt die Bahn verzögert von Fahrstufe zu Fahrstufe, je nach CV-Einstellung. Mit Hilfe von Mitnehmer und Fahrstreifen 1 hat der Roco-Regler Vmax auf Fahrstufe 4 erreicht. Der Straßenbahnfahrer dreht die Fahrkurbel zügig auf "Aus" zurück, der Drehregler bleibt auf Vmax stehen. Die Tram rollt derweil im "Leerlauf" mit Vmax weiter, da der Reglerknopf in seiner Position nicht verändert wird. Weiter geht es mit Bild 03.


Bild  03: Der Drehknopf der Lokmaus 2 steht jetzt am Anschlag auf Vmax. ( Das Bild ist aus Position 02 entliehen. Denken Sie sich die Kabel einfach weg ). Entsprechend anders stehen die Streifen 1 (Fahrstreifen 1 unten links) und 2 (Bremsstreifen 2 rechts auf ca. 14 min. nach 12 Uhr). Rechts im grünen Deckel steht der Mitnehmer entsprechend der Handkurbelstellung "AUS" auf 9 Uhr. Stülpt man nun den grünen Deckel über den Roco Regler, landet der Mitnehmer unter dem Bremsstreifen 2

Dreht man die Handkurbel nun in Richtung "Bremsen", so wird der Drehknopf der Lokmaus zurück in Richtung "Null" bewegt und das bis zum Stillstand der Tram mit der Bremsstufe V.

Nur durch diese "Nullbewegung" gewinnt man die insgesamt 10 Taktungen des Stufen-Drehschalters auf dem halbseitig genutzten Regelweg der Lokmaus 2 und so die Funktion eines echten Bahnfahrpultes.


Die Fahrkurbel wird nun nach dem Stillstand der Bahn wieder auf die Position "AUS" gedreht, wobei der Drehknopf der Lokmaus auf "Null" stehen bleibt. Die Tram wartet an der Haltestelle, bis der Schaffner mit seiner Klingel das Abfahrtsignal gibt und der Fahrer nach einem Tritt auf die Bodenklingel die Fahrkurbel in Richtung Fahrstufen bewegt. Die Bahn setzt sich in Bewegung.


Nun haben Sie viel Text gelesen und haben eine Vorstellung davon, wie man eine Oldtimer-Tram bewegt. Dennoch geht das Lesen weiter, denn....


....Sie können nicht rückwärts fahren, da immer nur die rechte Reglerseite der Lokmaus genutzt wird. Aha, stimmt das? Ja und Nein. Unter Bild 01 steht am Ende des Textes, dass Sie noch was entdecken sollten, nämlich, dass der Schriftzug AUS, FAHREN und BREMSEN oben rechts sich wiederholt und auf dem Kopf steht.

Das Folgende ist zwar vorbildwidrig in der Handhabung, passt aber zu der Aufgabe, ein digitales Straßenbahn-Fahrpult ohne Eingriff und Lötarbeiten in der Elektronik zu bauen. Es folgt Bild  04.


Bild  04: So sieht eine Lokmaus 2 von Innen aus. Nun den Blick bitte nach links zum Fahrpult wenden. Drehen Sie bitte gedanklich die Handkurbel (diese steht in Grundstellung AUS) in Richtung BREMSE bis zur Stufe V. Wir wissen, das in dieser Stellung der Mitnehmer den Drehknopf der Lokmaus auf Null gestellt hat. Die Tram steht. Der Zeiger der Handkurbel zeigt auf Stufe V und in der Verlängerung auf AUS bzw. auf den auf dem Kopf stehenden äußeren Schriftzug - BREMSE, AUS, FAHREN - mit entsprechenden Markierungsstrichen an der äußeren Peripherie.

Wenn Sie nun den grünen Kasten seitlich um 180° drehen, lesen Sie den Schriftzug richtig. Die Handkurbel steht weiter auf Stellung V bzw. AUS, der Handgriff steht hinten. Sie haben jetzt ein Tram-Fahrspult vor sich, das entsprechend der Schriftzüge nur in den Kurbelbewegungen gegenläufig bedient werden muss. Der Mitnehmer vom Stufen-Drehschalter sorgt dafür, dass nun auf der linken Reglerseite der Lokmaus abgegriffen wird und dabei genauso wirkt wie auf der anderen Seite. Ihre Tram fährt rückwärts und die Handkurbel bietet Ihnen auch auf dieser Seite 4 Fahr-, eine Aus- und 5 Bremsstufen. Erreichen Sie die Endhaltestelle, drehen Sie das Fahrpult um 180° zurück und Ihre Bahn ist bereit, wieder vorwärts zu fahren.


Meine Empfehlung vor dem Bau: Fahren Sie bitte Ihre Tram mit einem passenden digitalen Regler Ihrer Wahl mal im Sinne des 12-Takt-Stufen-Drehschalters. Markieren Sie mit einem Bleistift die Taktstellungen und takten den Fahrregler mal rauf und runter. Entweder sind Sie enttäuscht oder kommen zu dem Schluss, da geht doch was.


Fazit aus der beschriebenen Bastelei: Das Fahrergebnis nenne ich mit dem 12-Stufen-Drehschalter für beide Richtungen trotz der nur 4 Fahrstufen gut und kann fahrdynamisch besonders mit den 5 Bremsstufen überzeugen.

Ende von Pos. 01.



    Pos. 02:  Mit externen Umschalter


Der Weg, der mit Position 01 beschritten wurde, bietet mehr. Angeregt durch einen Beitrag im KS Modelleisenbahn Forum von einem Modellbahnfreund über die Verdoppelung des Regelweges an einer Multimaus traute ich mich, an einer Lokmaus 2 nach Möglichkeiten zum Bau eines externen Fahrtrichtungsumschalters zu suchen.

Das wurde eine spannende und erfolgreiche Reise auf der Platine des Handreglers. Auch wenn Elektrotechnik Sie nicht so begeistert, kommen Sie einfach mal mit. 

Als erstes sind die vier Gummifüße mit einem Schraubendreher auszuhebeln. Da muss man recht energisch vorgehen, weil diese Nippel durch Klebepads gehalten werden. Vier Schrauben sind dann zu entfernen. Bild 04 aus Pos. 01 zeigt alle Teile. Das folgende Bild 01 in dieser Position gibt Zeit zum Gucken.

Und Achtung: Für das Zusammenbauen der Lokmaus gilt folgende Obacht:

Die grüne Platine muss oben flächig mit den vier roten Schraubenzylindern vom Gehäuse abschließen, sonst liegen die Schleifer/Abnehmer nicht korrekt an.


Bild  01: Rechts blicken wir auf die Unterseite des Reglerknopfes. Die drei

halbkugelförmig geprägten Schleifpunkte fallen auf. Diese sind aus einem Stanzteil und damit elektrisch verbunden. ( 1. wichtige Entdeckung ).

Der Drehregler steht auf Null. Oben sind zwei Schleifpunkte/Abnehmer 1 und 2 und unten mittig der Abnehmer 3.

Wie zwei ausgebreitete Arme haben wir waagerecht mittig ein Teil aus schwarzem Plastik. Die kreisförmigen Enden links und rechts sind ebenfalls halbkugelförmig geprägt und diese Warzen sitzen auf der Unterseite. Da ruhen sie in passenden, kleinen, quadratischen Ausschnitten, die hier verdeckt sind. Diese sorgen für das fühl-und hörbare Einrasten des Drehreglers in der Null-Stellung.

Links wagen wir den Blick auf die Platine.

Auffällig ist die Lage des dritten unteren Abnehmers, den wir mal gedanklich nach links auf die Platine legen. Er ruht dann genau auf dem grünen senkrechten Spalt zwischen den beiden halbkreisförmigen - nach links und rechts strebenden- messingfarbenen Schleifflächen. Der Abnehmer 3 steht praktisch isoliert - und damit ohne Funktion in der Nullstellung- auf dem grünen Spalt.

Bewegen Sie nun den Drehknopf nur ein bisschen aus seiner Nullstellung nach links oder rechts, kontaktet Abnehmer 3 die benachbarten Schleifflächen und schaltet die Bahn oder Lok samt Lichtwechsel in Richtung vorwärts oder rückwärts.( Die 2. wichtige Entdeckung ist gemacht ).


Bild  02: Primitiv, aber unbestechlich, verhindert der Papierstreifen jeden Kontakt von Abnehmer 3 zu den beiden Schleifflächen. Fazit: Das Umschalten der Fahrtrichtung geht nicht mehr.


Als 3. wichtige Entdeckung gilt, ob ein Betrieb auf einer Lokmaus-Reglerseite auch mit Vorwärts- und Rückwärtsfahrten und Lichtwechsel möglich ist.

Zum Experimentieren erhielt ein Messingstab als Taster per Kabel und Lötkolben eine Verbindung zum Stanzteil mit den drei Abnehmern unter dem Drehknopf.

Das Umschalten der Fahrtrichtung  klappte.

Je nachdem, welche Schleiferbahnseite ich vorher mit meinem Messingstab mit Kabel dem leitenden Stanzteil unter dem Drehknopf angeboten habe und dann den Reglerknopf - immer nur nach rechts - kurz andrehte, fuhr die Bahn vorwärts oder rückwärts.

Schon fast auf der Ziellinie und dann folgende Entdeckung:

Die beiden halbrunden Schleiferbahnen, auf die Abnehmer 3 abgreift, sind auf halber Strecke nach oben unterbrochen durch einen schmalen grünen Spalt. Sehr gut zu sehen auf Bild 01.

Ergebnis: Die beiden unteren Hälften sind für Vnull bis V 1/3 und die beiden oberen von V 1/3 bis Vmax verantwortlich und diese müssen ziemlich genau in Folge mit dem Abnehmer 3 bestrichen werden.  Zwei Tage war Pause angesagt.


Die Lösung und damit die Fortsetzung der Bastelei kam überraschend schnell in Form eines Mikroschalters und eines 2-poligen Kippschalters aus der Bastelkiste und dem Entschluss, aus der dritten Entdeckung heraus, den Abnehmer 3 durch ein Kabel dauerhaft zu ersetzen. Weiter wurde klar mit Hilfe des Messingstabes mit Kabel, dass es egal war, ob ich den Test-Stab in der Mitte oder am Ende dieser geteilten Schleiferbahnen ansetzte. Die Schleifbahnen waren unkritisch leitend ohne versteckte Widerstände, so dass man Kabel anlöten konnte, egal an welcher Stelle. Das war die 4. Entdeckung. Weiter geht es unter Bild  03.


Bild  03:  Nun wird gelötet.

Das Stanzteil rechts mit den drei Schleiferpunkten erhielt auf dem Ast des dritten Schleifpunktes ein Kabel angelötet, das nach oben zur Mitte der Befestigungsschraube gedrückt und durch die mittige Öffnung in der Platine links gezogen wurde.

Anschließend wurde der dritte Schleifer nach oben gegen das rote Gehäuse gedrückt und so funktionslos gemacht.

Die insgesamt vier Schleifbahnen erhielten je ein Kabel. Auf der linken Seite ein Kabel am Ende der oberen Schleifbahn und ein Kabel unten ganz am Anfang

der unteren Schleifbahn. Das war so möglich, weil auf dieser Seite kein Abgriff durch die Abnehmer 1 und 2 erfolgt.

Auf der rechten Seite der Platine brauchen die Abnehmer 1 und 2 aber freie Bahn. Das untere Kabel (man sieht es kaum) liegt dem linken Kabel direkt gegenüber. Die obere Schleiferbahn erhielt den Lötpunkt dicht über dem Spalt, so dass beide Abnehmer 1 und 2 nicht behindert werden.

Die Eingriffe in die Lokmaus 2 sind damit beendet. Zum Rausführen der Kabel wurden in das Gehäuse zwei kleine Einschnitte gesägt.


Bild  04: Die Platine liegt jetzt im Gehäuseoberteil. Ihre Oberfläche schließt bündig ab mit den roten Schraubenzylindern, wie gleich am Anfang unter "Achtung" geschrieben. Der aus der Mitte kommende Draht vom Abnehmer 3 erhält eine große Schleife, um die Drehbewegung des Drehknopfes ohne Kabelbruch viele Male auszuhalten. Die scharfe Kante des Mittelloches wurde mit einer Rundfeile zu Gunsten des Kabels gebrochen. Alle fünf Drähte werden seitlich aus dem Gehäuse abgezogen.


Bild  05: Mikroschalter und Kippschalter sind extern angeschlossen.

Auf dem Fahrpult ist oben rechts der Zentralschalter für Motor II oder Motor I oder Motor I&II, sowie oben für Vorwärts V und unten für Rückwärts R vorgesehen. Stellung Mitte ist Zentral-Aus. Der Handhebel zeigt nach rechts und kann in dieser Position abgezogen werden. Das ist Standard bei alten Straßenbahnen.


Der Nachbau mit einem Stufen-Drehschalter wäre erste Wahl gewesen. Ich habe da aber nur den Griff des Kippschalters durchgesteckt.

Nun zum Fahren: Die hellgraue Nullmarkierung am Roco Drehknopf steht auf Null, (12 Uhr). Gefahren wird nur mit dem Drehknopf auf der rechten Regelseite. Die Tram fährt an und bei Drehknofstellung ca. 10 min nach 12 Uhr muss der Mikroschalter gedrückt und gehalten werden, wenn wir den Drehknopf weiter in Richtung Vmax bewegen. Von Vmax fahren wir wieder runter und so bald wir den Uhrzeigerstand ca. 10 min nach 12  erreicht haben, müssen wir den Mikroaschalter loslassen.

Manuell haben wir also für den stillgelegten 3. Abnehmer (Bilder 01, 02 und 03) die Funktion - wie unter Bild 02 als die 3. wichtige Entdeckung beschrieben - , übernommen.


Bild  06: Für die manuelle Betätigung des Mikroschalters musste eine automatische Lösung her. Der Rocodrehknopf hat eine senkrechte Fase an der Seite, an der der Mikroschalter gleiten kann. Mit zwei Holzschrauben aus der Bastelkiste wurde er gemäß Bild in geöffneter Stellung am Gehäuseoberteil angeschraubt. Aus einer 2mm dicken Polystyrolplatte entstand ein viertel Kreisringsegment, 2 mm dick, als Schalter und Niederhalter, mit Sekundenkleber befestigt.

   

Bild  07: Der Drehschalter hat die 10 min nach 12 Uhr erreicht. Gleich wird der Mikroschalter durch das weiße Kreisringsegment geschaltet und dauerhaft niedergedrückt, wenn wir den Drehknopf weiter in Richtung V max drehen. Siehe nächstes Bild.


Bild  08:  Der Mikroschalter tut seine Pflicht. Der Drehknopf steht hier auf V max. und ist am Anschlag. Der Mikroschalter ist dauerhaft nieder gedrückt. Auf dem Weg zurück in Richtung Null funktioniert es umgekehrt. Diese Lösung hat Bestand.


Es folgt eine Beschreibung über die Anschlüsse der Drähte am Mikroschalter:

Unter dem Drehpunkt des Schalthebels rechts am Mikro ( Bild 07 zeigt das sehr gut ) geht der Draht zum zentralen Stanzteil von Abnehmer 1, 2 und (3). Am linken Pin (hat Durchgang bei geöffnetem Mikro zum rechten Pin) hängt die untere Schleifbahn von der Platine und am Pin in der Mitte (geöffnet bei gedrücktem Mikro) hängt die obere Schleifbahn.

 

Bild  09:  Ein Blick seitlich auf den Drehknopf mit der senkrechten Fase unterhalb der Rändelung. Man sieht den dort anliegenden Schalthebel des Mikroschalters  rechts.

Dieser hat oben drauf eine 2mm dicke weiße Abdeckung aus Polystyrol, die unnütz ist, aber sehr fest verklebt war und sich nicht lösen ließ.

Neu sind die zwei Messingmuttern im grünen Deckel links vom Stufen-Drehschalter. Es sind die Anschläge zur Begrenzung der Drehwege für die Handkurbel. Das Fahrpult ist damit im Vergleich zu Pos. 01 noch vorbildlicher geworden.

Der Kippschalter hat auch seinen Platz gefunden. Der Schalter ist zweipolig und hat drei mal zwei Pins. Jeweils rechts und links zwei und zwei in der Mitte.

Der Schalter hat nur zwei Stellungen: Vorwärts oder rückwärts.

Rechts sind die beiden rechten und links die beiden linken Schleifbahnen angeschlossen. Die beiden Kabel von den mittleren Pins sind entsprechend verbunden mit den beiden Pins vom Mikroschalter, wie unter Bild 08 beschrieben. Schaltbild folgt.


Bild  10: Die beiden Begrenzer des Kurbelweges. Primitiv, aber vorbildlich wirksam.


Fazit:

Was das Fahrpult nicht hat und nicht kann:

      1.  Es hat keine Handbremse.

      2.  Keine Notbremsung. Die Fahrkurbel wird über AUS rasch zu den Bremsstufen I bis V bis zum Anschlag durchgezogen. Gleichzeitig lässt der Fahrer Sand auf die Schienen. Eine Schienenbremse gab es für Oldtimer noch nicht.

      3.  Die letzte Bremsstufe ist meist eine Kurzschlussbremsstufe und wird wegen ihrer robusten Wirkung den Fahrgästen nicht zugemutet. Der Fahrer zieht statt dessen auf Höhe der vorletzten Bremsstufe die Handbremse an und stoppt damit sanft die Bahn und dreht dann den Fahrschalter in Richtung AUS.

      4.  Mit angezogener Handbremse ankuppeln. Durch diesen Trick vermeidet der Fahrer ein unkontrolliertes, zu heftiges und zu weites Anfahren seiner Tram, sobald er die Handkurbel auf Fahrstufe I stellt und schnell wieder auf Stellung AUS geht.


Zu 4. gibt es eine praktische Lösung: Nehmen Sie den grünen Deckel ab und der Lokmaus Regler liegt vor Ihnen wie auf Bild 03 von Position 01 gezeigt. Sie haben freien Zugang zu allen F-Knöpfen und der Adresseneingabe.

Nutzen Sie jetzt den Drehknopf wie vor dem Umbau: kurz auf Fahren und gleich wieder auf Null und Sie kuppeln in kleinsten Schritten an.


Das Alles erfüllte mein analoges Fahrpult damals. Heute freue ich mich über dieses digitale Fahrpult, dem ich ja eigentlich mehr mechanisch beigekommen bin.


Und wo kann man eine richtige Tram fahren? Bitte besuchen

www.tram-museum.de     Zu bestimmten Zeiten können Sie dort große Bahnen 1:1 unter Anleitung fahren.


Bild  15: Zum Abschluss ein Bild zum Einsteigen und Losfahren. Das 0e-Modell wird auf Seite 02 und als H0e-Modell auf Seite 01 beschrieben.

Dahinter steht im Schuppen der unfertige Payerbacher ( Seite 13 ), der einen ähnlichen Fahrschalter hat und zum Bremsen eine Vakuumbremse nutzt. Na, da geht doch was!?

Danke, dass Sie mitgekommen sind.


Fortsetzung folgt.



















 

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